Montag, 7. März 2016

Pai: Meine erste Trekking-Tour Tag 1



Hallo meine Lieben,
heute gibt es einen etwas anderen Post, da ich eine 2-tägige Trekking Tour durch den Dschungel gemacht habe. Ja, ich kann es selbst noch nicht glauben, dass ich das gemacht habe. Als ich meinem Vater davon erzählt habe, hat er mich erstmal ausgelacht.

Es ging also früh los, um halb 9 war Abfahrt am Reisebüro bei dem ich gebucht habe. Übrigens super sympathischer Typ, der wirklich super englisch gesprochen hat. Hat mir auch erstmal einen Artikel über ihn in einem deutschen Reiseführer gezeigt, da war er richtig stolz drauf. War auch bei anderen Reisebüros, aber die Leute waren da teilweise so unsympathisch, ging gar nicht.
Hab auch noch ein französisches Pärchen kennengelernt, die ich dann am Abreisetag für die Trekking-Tour wieder gesehen habe, da sie sich auch für diese Tour entschieden haben.

Ich war leicht geschockt als ich dort ankam, da ich einfach mal in Shorts und Sneakers da aufgelaufen bin. Die Anderen hatten lange Hosen und richtige Trekking Schuhe. Da es in Pai über Nacht sehr kalt wird, hatte ich auch noch einen Pulli an und eben meine lange Hose im Rucksack. Auch brilliant von mir gedacht, Shorts und Dschungel sind eine perfekte Kombination! Meine Beine sahen danach furchtbar aus und bin froh, dass ich mir da nicht irgendwas eingefangen habe.
Am ersten Tag sollten wir ca. 7 Stunden durch den Urwald wandern, was für mich schon ziemlich viel ist, aber der kleine Bear Grylls in mir wollte es unbedingt machen. Wir fuhren mit dem Auto den Berg hinauf und hielten bei einer kleinen Aussichtsplattform, dort konnten wir den Neben über den Bergen sehen und unsere Guide hat uns was über den Opium Anbau in der Region erzählt.
Nach kurzer Zeit fuhren wir dann los und es wurde ernst! Wir haben Stöcker bekommen, die sich im Nachhinein als äußerst sinnvoll erwiesen haben. Hoch motiviert stampfte ich also los, es ging steil bergauf, steil bergab, durch Sträucher, was wieder perfekt mit Shorts war und schließlich mussten wir über einen kleinen Hang springen, wo ich langsam ahnte, dass es hier kein lockeres Wandern wird und nein das wurde es auch nicht. 

Man kann sagen, dass ich die ersten 3 Stunden wirklich an meine Grenzen gekommen bin! Da ich Höhenangst habe, also so ein bisschen zumindest und wir uns teilweise an Klippen entlanghangeln mussten, war wirklich heftig. Zumal wir noch nicht mal einen Weg hatten, sondern zwei Thais haben den Weg erstmal freigeschlagen. Alle waren ziemlich fertig und der Guide meinte, dass es nach dem Lunch besser wird, da er diesen Weg seit 2 Monaten nicht mehr gegangen ist. Sehr beruhigend.
Als wir den Wasserfall dann endlich erreicht haben, gab es lecker schmecker essen und tatsächlich auch was Veganes! Jeder bekam Sticky Rice und dann wurden auf Bananenblättern Fleisch, Gemüse und verschiedene Pasten verteilt, mit denen wir dann unseren Reis gegessen haben und es war soooo gut. Ich fang immer noch an zu sabbern wenn ich daran denke! Das war richtiges Thai Essen und sowas habe ich hier echt vermisst, da Vieles dem Tourismus angepasst wurde und man hier neben Pasta, Pizza und Burger nur die typischen Thai Gerichte wie Curry und Pad Thai findet, aber nicht sowas einzigartiges wie bei diesem Trip.

Gut gestärkt ging es dann weiter und der Weg wurde tatsächlich besser. Es war zwar sau anstrengend, weil es wie gesagt bergauf und bergab ging, aber ich konnte es endlich genießen, statt die ganze Zeit um mein Leben zu bangen. Wir machten hin und wieder Pausen zum Trinken und weiter  etwas zu Essen und schließlich probierten ein paar von uns eine thailändische Zigarette aus getrocknetem Maisblatt und purem Tabak. Ich habe es nicht ausprobiert, aber meine französischen Leidensgenossen waren wenig begeistert. Es sah aber genial aus!
Wir haben dann im weiteren Verlauf noch atemberaubende Ausblicke genossen, sind durch kleinere Dörfer voller kleiner Ferkel und konnten beobachten wie Reis gemahlen wird. 

Nach gut 7 Stunden Marsch kamen wir dann im Dorf an, was lediglich aus vier Hütten und 3 Einwohnern bestand. Wir erfuhren, dass der Rest gerade in Myanmar Opium anbaut. Das Dorf war genauso wie ich es mir vorgestellt habe, alles Handarbeit, kein Strom, viele Tiere und einfach gemütlich. Wir hatten einen Raum für uns alle, wo wir dann auf dem Boden geschlafen haben. Netterweise wurde ich mit Salben eingedeckt, da meine Beine richtig zerstochen waren. Man hält in solchen Situationen sowieso zusammen.
Wir waren gerade mal 5 Minuten da und schon hatte ich schon einen „Cocktail“ in der Hand, heißt selbstgebrannten Whiskey, Cola und eine Limettenscheibe. Später gab es den Whiskey dann nur noch pur, aber es hat definitiv gegen die Kälte geholfen. Ich war dann noch ganz sporadisch duschen, heißt sau kaltes Wasser aus einem Brunnen auf meine zerstochenen Beine gekippt und das wars dann. Später gab es dann wieder total leckeres Essen, das Feuer in der Hütte wurde angeschmissen, was erstmal ungewohnt war, aber uns gut warm gehalten hat und dann gab es Reis und wieder in verschiedenen Schüsseln die verschiedensten Dinge, wie Kartoffeln, Aubergine, Fleisch, ein Gemisch aus Rührei, Sprossen und und und. Ganz ehrlich, ich glaube das Essen war das Beste an dem Trip, ich krieg schon Hunger wenn ich nur daran denke.
Mir kam es dann noch vor als hätten wir bereits mitten in der Nacht, dabei war es gerade mal 8 Uhr, trotzdem sind viel alle schlafen gegangen.











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