Donnerstag, 29. September 2016

Annapurna Circuit Trekkingtagebuch Teil 3





Tag 11: Vom High Camp nach Muktinath

Wir haben es geschafft!!! Der Pass und somit der höchste Punkt wurde überquert und meine Güte war das ein Tag! Es sollte pünktlich um 5 Uhr losgehen, was sich ein bisschen verschob, da unser Frühstück vergessen wurde und das ganze Restaurant randvoll war. Zudem habe ich mich maßlos überfressen, was bei einer Trekkingzeit von über 10 Stunden weniger schlau war. So starteten wir kurz nach 5 in einer großen Gruppe, obwohl sich schon bald die Spreu vom Weizen trennte und die schnelleren Wanderer über alle Berge waren (im wahrsten Sinne). Mein Travelbuddy war extrem am Leiden, sodass wir viele Pausen einlegen mussten und sich selbst die vorbeigehenden Porter sorgten. Mir gings ziemlich gut, durch die Pausen hatte ich keine Probleme und fand es nicht zu anstrengend, zudem hat mich die Laune der Israelis und der einheimischen Porter richtig mitgezogen und ich war einfach übermotiviert und wollte es endlich schaffen! Der Anstieg über weitere 566 Höhenmeter zog sich gut 3 Stunden lang, bis wir es endlich geschafft haben! Das Gefühl ist unbeschreiblich, Alle (außer mein Travelbuddy) waren so verdammt glücklich, die einheimischen Porter haben von mir jede Menge High-Fives bekommen und die israelische Gruppe hat regelrecht einen Freudentanz aufgeführt. Da das Wetter allerdings stark umschlug und sich ein regelrechter Schneesturm entwickelte, wollte ich dann aber doch schnell wieder runter. Der Weg nach unten sollte angeblich „nur“ 5 Stunden dauern, aber diesmal war ich die mit den Problemen, denn ich HASSE bergabgehen. Die erste Stunde ging noch, da ich immer noch voller Adrenalin war, jedoch schwächte dies ab und die Tatsache, dass so viele Leute an uns vorbeisprinteten und regelrecht über die Steine sprangen, fand ich eher demotivierend. Die Schmerzen in den Beinen wurden immer schlimmer und ich wusste nicht, wie ich es bis nach unten schaffen sollte, da wir einfach gar nicht vorankamen. Irgendwann machten wir in einem Café Pause und ich war einfach wahnsinnig kaputt und das pochen in meinem Kopf wurde so stark, dass ich kaum noch meine Augen offen halten konnte. Wir haben überlegt, ob wir die Nacht dort bleiben sollen, aber einer der Porter meinte, dass es nur noch eine Stunde bis nach Muktinath wäre und der schlimmste Teil des Weges vorbei war. Er hatte Recht und nach einem kleinen Regenschauer gingen wir wieder los. Der Weg war echt okay, so beendeten wir unseren Trekkingtag nach über 10 Stunden.
Vom High Camp nach Muktinath – 14km / 10 Std.

Tag 12: Ruhetag in Muktinath

Heute war ein absolut verdienter Ruhetag, da ich den Muskelkater meines Lebens hatte. Ich habe wirklich jeden Muskel in meinem Körper gespürt, so wurde der Tag mit liegen, essen und im Internet rumsurfen verbracht. Gibt schlimmere Tage!

Tag 13: Von Muktinath bis nach Ghasa

Dieser Tag ne, den will ich eigentlich nur vergessen! Online liest man überall, dass es total einfach ist von Muktinath nach Pokhara zu kommen, aber ne du…ist nicht einfach! Wir sind bis nach Jomsom mit einem Mini-Van gefahren und wollten von dort aus den Bus nehmen, dieser blieb ziemlich früh wieder stehen, da ein Erdrutsch die ganze Strecke zerstört hat. So mussten wir mit dem Muskelkater unseres Lebens weitere 3 Kilometer laufen, nur um dann festzustellen, dass wir den Anschlussbus verpasst haben. Das war aber auch der Moment indem, Miller der Kanadier, Gigi der Franzose, Colin der nepalesische Guide und Apple Brandy in mein Leben getreten sind. Ich werde hier nicht ins Detail gehen, da schon genug peinliche GoPro Videos existieren, die unserer aller Absturz dokumentieren. Ich sag nur, dass wir es geschafft haben im „Booze Cruise“ uns 3 Stunden lang so zu betrinken, dass Keiner mehr auf sein Leben klar kam, mein Handy abgezogen wurde und wir uns definitiv nicht mehr in Ghasa sehen lassen dürfen.

Tag 14: Von Ghasa nach Tatopani

Ich weiß immer noch nicht, wie wir es geschafft haben, morgens um 6 den Bus nach Tatopani zu nehmen, aber wie haben das unmögliche möglich gemacht…naja ich habe dann noch mein Laptop Aufladekabel vergessen, aber das war noch das kleinste Übel, welches ich vom vorherigen Abend davon tragen musste. R.I.P IPhone, ich weiß nicht ob du gestohlen wurdest, oder ob du aus meiner Tasche gefallen bist, aber leider verweilst du nicht mehr unter uns. Noch ein Grund für mich schnell nach Pokhara zu kommen, damit ich mir ein neues Handy kaufen kann. (Spoiler Alert: Gibt nur Gammel-Handyläden in Pokhara, die dir entweder gefälschte oder gestohlene Ware andrehen wollen, zumindest sah es so aus). Leider war ich so dermaßen im Arsch, dass ich einen Ruhetag in Tatopani einlegen musste und die Boys mir freundlicherweise Gesellschaft leisteten. Komischerweise hatte ich auch keinen Kater, sondern war einfach nur richtig müde und gerädert. So gammelten wir den lieben langen Tag rum und gingen abends noch zu den Hot Springs, die so heiß war, dass einem jeglicher Alkohol aus dem System gebrannt wurde. Im Prinzip war es sogar schlau, dass wir gewartet haben, da wir sonst 12km zum nächsten Ort hätten laufen müssen, dank eines Erdrutsches, doch am nächsten Tag fuhr ein Bus wieder.

Tag 15: Von Tatopani nach Pokhara

Wir haben uns heute bis nach Pokhara vorgekämpft, zuerst mit dem Bus bis zum Erdrutsch, dann bin einem Traktor durch einen reißenden Fluss, der durch den Erdrutsch entstanden ist, dann weiter im Bus (wir mussten 1 ½ Stunden warten, bis er sich gefüllt hat) und schließlich mit dem Jeep bis nach Pokhara. Sagen wir mal so, wir waren den ganzen Tag beschäftigt, aber immerhin haben wir es geschafft!








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