Donnerstag, 15. September 2016

Alleine Reisen oder doch lieber in einer Gruppe?



Hallo meine Lieben,
heute gibt es mal ein bisschen was anderes, da ich gemerkt habe, dass Viele sich fragen, ob es „besser“ wäre alleine oder in einer Gruppe zu reisen. Zu Beginn schon mal, so pauschal kann man es nicht sagen, da es von Person zu Person unterschiedlich ist und ich hier nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen kann!
Ich bin nun seit fast 8 Monaten unterwegs, bin alleine gestartet und habe dann in Thailand ein Mädel kennengelernt und wir haben spontan entschlossen zusammen durch Kambodscha zu reisen. So wie es halt ist, war nichts geplant und ich wollte es mal ausprobieren, obwohl ich schon vor Beginn meiner Reise davon überzeugt war, dass sowas nicht gut geht.

Ich hatte nie ein Problem alleine zu sein, schon als Knirps, war ich froh, wenn ich vom Kindergarten nach Hause konnte, dort schloss ich dann die Tür meines Zimmers und spielte alleine. Das zog, bzw. zieht sich durch mein bisheriges Leben, wenn ich was mit Anderen unternommen habe, besonders wenn es über mehrere Tage ging, wie Festivals, Urlaube oder einfach so bei anderen Leuten pennen, war ich auch wieder froh, wenn ich Zeit für mich hatte. Das heißt nicht, dass beispielsweise Festivals keinen Spaß gemacht haben, ganz im Gegenteil, aber irgendwann ist eben genug. Zumal ich meinen eigenen Kopf habe, wenn ich etwas will, dann mach ich es, habe keine Geduld, um alles immer wieder mit anderen abzustimmen,  vor allem wenn man 24/7 aufeinander hockt. Aus diesen Gründen startete ich also alleine und war absolut positiv überrascht, wie sich meine bisherige Reise in dem Sinne entwickelt hat.

Als Alleinreisende war und bin ich nie alleine, man ist immer umgeben von Leuten, sei es im Hostel, am Strand, beim Einkaufen oder sonst wo. Wenn man also Kontakt mit anderen Leuten möchte, dann kriegt man ihn auch. Will man aber einfach alleine sein, dann geht das auch ohne Probleme.
Zudem muss man einen klaren Strich zwischen „Alleine sein“ und „Einsam sein“ ziehen, denn ich war zwar monatelang alleine unterwegs, jedoch kann ich sagen, dass ich in den 8 Monaten nie einsam war! Natürlich hatte ich auch Tage, wo es mir schlecht ging, das ist ja auch völlig normal, aber ich weiß auch, dass Zuhause welche sitzen, mit denen ich immer und über alles quatschen kann.

Natürlich war ich von Beginn meines kleinen Experiments, schon ziemlich negativ eingestellt, dennoch war ich zuversichtlich, da wir uns prima verstanden haben. Man muss aber auch sagen, dass wir eigentlich nur 2 Tage vorher so richtig miteinander verbracht haben und uns eher Hals über Kopf in das Zusammenreisen gestürzt haben. Sie plante schon zukünftig mit mehreren Leuten zu Reisen, machte schon Pläne mit Freunden, daher denke ich auch, dass sie ein Mensch ist, der eher Probleme damit hat alleine zu reisen und somit vielleicht auch konkret nach einer Begleitung gesucht hat.

So trafen wir uns dann also in Phnom Penh in Kambodscha wieder und reisten dann insgesamt 2 ½ Wochen zusammen durchs Land. Schließlich gingen wir in Kampot getrennte Wege, da ich es ehrlich gesagt nicht mehr ausgehalten habe. Werde hier nicht ins Detail gehen, da das nicht hier hin gehört, dennoch möchte ich auf ein paar Punkte eingehen, die mich am Zusammenreisen gestört haben. Ich denke aber auch nicht, dass es immer so verläuft oder das es immer zum Scheitern verurteilt ist, da ich auch so schon mehrmals für kürzere Zeit mit anderen Leuten gereist bin und ich nie Probleme hatte, denke hier war es einfach zu viel des Guten.

Was mich besonders gestört hat war, dass ich kaum neue Leute kennengelernt habe. Man ist so aufeinander versteift, dass  man nicht auf andere Leute zugeht oder es eben beim Smalltalk belässt. Zumal ich am Ende des Tages dann doch meine Ruhe gesucht und mich meistens vor den Laptop geschmissen habe und dann erst recht keine Lust mehr hatte Backpacker Smalltalk zu betreiben.

Ein weiterer Punkt war es, sich immer wieder abstimmen zu müssen. Logischerweise ist das so und auch hier denke ich, dass es nicht immer Probleme gegeben hätte, jedoch war es ziemlich schwierig, da wir wegen jedem Scheiß diskutiert haben. Wir haben nicht gestritten, aber schon alleine immer alles abzuwägen, hat mich wahnsinnig gestresst.

Schließlich mussten wir beide einsehen, dass wir extrem unterschiedlich sind. Zu Teilen war es wirklich wie Tag und Nacht. Beispielsweise ist sie die absolute Planerin, ihr macht das auch richtig Spaß. Ist meiner Meinung nach auch überhaupt nichts Verwerfliches dran. Sie hat sogar schon einen kompletten Plan für unsere Kambodscha Reise gemacht, noch bevor wir überhaupt angekommen sind und hat auch ihre Reise bis ins Detail geplant. Kann dir sozusagen sagen, wo sie am 14ten Oktober um 12:30 Uhr ist. Ich hingegen kriege schon nen Ausschlag wenn ich die Backpacker mit ihrem Lonely Planet im Bett hocken sehe. Ich plane nur das notwendigste, also eigentlich buche ich nur Flüge verhältnismäßig früh und lass dann einfach alles auf mich zukommen. So bleib ich flexibel, kann spontan mit anderen Leuten mitreisen, wie ich es vor ein paar Tagen gemacht habe und auch einfach mal die Zelte abbrechen, wenn mir ein Ort nicht gefällt. Ich kann auch nicht verstehen, wie man einen Lonely Planet, der gefühlte 10 Kilo wiegt mitschleppen kann. Leute, es gibt Internet, zumal JEDER schaut in den Lonely Planet, das sind doch keine Geheimtipps mehr. Zumal ich mich so auch nicht stresse wenn ich unbedingt 50 verschiedene Sehenswürdigkeiten sehen möchte oder mich ärgere, weil ich es nicht in der Zeit geschafft habe.

Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Ich habe auch genug Beispiele getroffen, wo es gut ging, man muss sich nun mal bewusst sein, dass es keine leichte Situation ist, obwohl das Zusammenreisen auch viele positive Aspekte mit sich bringt, beispielsweise hat man immer eine Bezugsperson dabei, auf die man in schwierigen Situationen (hoffentlich) zählen kann. Man kann sich beratschlagen was man macht und kann die zahlreichen, einzigartigen und tollen Momente auf Reisen teilen. Daher muss ich auch sagen, dass definitiv nicht alles nur schwarz und weiß ist und ich auch denke, dass das Zusammenreisen für mich persönlich den Reiz auch noch nicht verloren hat. Ich denke auch, gerade mit einer Persönlichkeit wie meiner, wäre es ein riesen Fortschritt mit dem Zusammenreisen klar zu kommen, denn so lern auch ich mal die Fehler anderer Menschen besser hin zu nehmen und mehr das Wir-Gefühl zu bestärken.

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