Donnerstag, 22. September 2016

Annapurna Circuit Know-How!


Annapurna Circuit Know-How!


Vor ein paar Tagen habe ich den Annapurna Circuit Trek beendet und da ich ehrlich gesagt von den bereits existierenden Blogposts (mit denen ich mich versucht habe vorzubereiten) maßlos enttäuscht bin, möchte ich hier mal meine Tipps und Tricks erläutern.  Für Alle die es nicht wissen, der Annapurna Circuit Trek liegt in Nepal und geht (wie der Name schon sagt) an den Annapurna Bergen vorbei bis zum höchsten Punkt, nämlich dem Thorong-La Pass bei 5460 Höhenmetern. Damit ist es der höchste Pass, der von Menschen zu Fuß bestiegen werden kann.

Wie lange dauert der Annapurna Circuit Trek?

Es kommt immer drauf an, denn mittlerweile kann man schon bis Manang mit dem Jeep fahren, wodurch wir 7 Tage gespart hätten, stattdessen sind wir allerdings von ganz unten Besisahar gestartet. Zudem kann man auch direkt nach dem Pass in Muktinath in einen Bus Richtung Pokhara steigen. Leider hat das bei uns nicht funktioniert, da wir nur bis Jomsom gekommen sind, da die Straße leider durch eine Landslide zerstört wurde.  Was ich mit all dem sagen möchte, die Tour ist angesetzt bei 18-21 Tagen, kann jedoch beliebig verkürzt werden, indem man bereits bis Manang fährt oder eben nach dem Pass in einen Bus steigt. Zudem kommt es auch immer darauf an wie lange man am Tag läuft und wie gut man im Allgemeinen voran kommt.


Wie sieht ein typischer Trekking Tag aus?

Tatsache ist, dass sich die Tage sehr stark ähneln, wir sind meist gegen 7 oder 8 schon losgelaufen, da die Luft morgens viel angenehmer ist und man meiner Meinung nach besser voran kommt. Frühstück sollte man bereits am Abend vorher bestellt haben und trotzdem mit ca. 15-30 Minuten Verspätung rechnen. Dann geht’s los! Manche Tage waren einfacher, manche haben sich gezogen. Dann haben wir uns ein Guesthouse gesucht, haben gegessen und sind schlafen gegangen.

Brauche ich einen Guide?

Viele Artikel die ich online gelesen habe, haben einen Guide empfohlen. Meiner Meinung nach braucht man allerdings keinen, da wir mit Maps.me immer wussten wo der richtige Weg war. Wer es nicht kennt, Maps.me ist eine offline Map, mit der man auch Wege navigieren kann. So wusste ich auch immer wie viele Kilometer der nächste Ort entfernt war. Der Nachteil bei Maps.me ist allerdings, dass die Zeit, also wie lange man von A nach B brauch, totaler Humbuck ist. Wir mussten leider ziemlich früh feststellen, dass man einige Stunden draufrechnen muss, zumal man nie weiß wie der Weg aussieht, also ob es stark bergauf geht oder ob man gar klettern muss.
Solltet ihr aber alleine unterwegs sein, dann würde ich euch raten einen Guide, Porter oder eben irgendwo Jemanden aufzugabeln, der mit euch läuft, da der Weg an manchen Stellen schon gefährlich ist und man zu zweit eh sicherer ist.

Welches Equipment brauche ich? Kann ich in Sneakers laufen?

Direkte Antwort NEIN! Das war auch so ein Quatsch den ich auf einem Blog gelesen habe, da meinte die Verfasserin ernsthaft, dass man die Strecke in Sneakers laufen kann. Ich bin der Meinung, dass es zu gefährlich ist nur in Sneakers zu laufen, da besonders wenn es nass ist, schon ziemlich glitschig auf den Steinen werden kann, zudem je höher man kommt, desto kälter wird es und ich stelle es mir alles andere als angenehm vor in Sneakers durch Schnee zu laufen. Bis Manang könnte man eventuell mit Sneakers laufen, wenn man aufpasst, weiter denke ich jedoch nicht. Lustig ist es allerdings, dass wir auf unserem Weg sogar einen Typen getroffen haben, der barfuß gelaufen ist, das ist aber eher die Ausnahme. Ansonsten braucht ihr definitiv eine dicke Jacke, dicke Socken, bequemer Trekking-Rucksack und typische Sportkleidung die schnell trocknet. Optional ist auch noch ein dicker Schlafsack, da es oben sehr kalt werden kann und Trekking Stöcke, die euch vor allem beim Abstieg gut helfen werden. Sonst noch den üblichen Kram wie Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm, Shampoo, etc.

Ich habe zu viel Gepäck, was nun?

Da gibt es drei Möglichkeiten:
1.       Schweren Herzens wegschmeißen, da du die meisten Sachen eh nicht benötigst.
2.       Porter engagieren, kostet ca. 15€ am Tag und nimmt dir deinen Rucksack ab. Gibt auch Porter-Guides, so hast du beides in einem. Habe auch richtig lustige Porter kennengelernt, also bespaßt wird man dann auch noch.
3.       Jetzt kommt das was ich gemacht habe, denn ich habe bevor ich die Tour gestartet habe, bei einer nepalesischen Familie gewohnt und konnte dort die überflüssigen 90% meiner Sachen bunkern.


      Wie viel Geld muss ich für den Annapurna Circuit Trek einplanen?

Auch hier kommt es auf dich an und ob du in der Saison läufst (die ab Oktober beginnt). Wir sind im September gelaufen und haben beispielsweise für die Unterkünfte fast gar nichts bezahlt. Man muss ein bisschen verhandeln und knallhart sein, aber der typische Spruch „Wir essen auch Abend und Frühstück hier, können wir dann hier kostenlos bleiben?“ hat meist gezogen. Es ist nämlich so, dass die Konkurrenz unter den einzelnen Gästehäusern sehr hoch ist und sie sich meist nur durch das Essen finanzieren. Thema Essen ist nämlich leider alles andere als günstig, je höher man kommt, desto höher werden auch die Preise. Macht Sinn, da die Lebensmittel ja auch höher transportiert werden müssen, allerdings verstehe ich nicht wie man 3 Euro für eine Portion Reis ohne alles verlangen kann, wenn man umgeben ist von Reisfeldern. Aber so ist das nun mal, wenn man dennoch „günstig“ Essen möchte, der bestellt sich Dal Bhaat, welches aus einer guten Portion Reis, Curry, Linsensuppe und einem chipsähnlichen Brot besteht, zudem bekommt man immer eine zweite Portion. Ich kann euch aber auch sagen, dass es einem irgendwann gut aus den Ohren raus kommt und man auch mal was anderes essen möchte. Ich habe mir auch ab und an eine Cola gegönnt die auch gut ins Geld geht, dafür habe ich keinen Alkohol getrunken, da Bier und Wein auch extrem teuer ist. So habe ich ca. 13-15€ am Tag ausgegeben. Teurer wird es wenn ihr euch mit einem Jeep oder Bus fahren lasst.

Vegan essen während des Annapurna Circuit Treks, geht das?

Meiner Meinung nach leider nein, da fast alles was gut Energie bringt, wie Porridge und Müsli immer mit Milch serviert wird und es keine Alternative gibt. Natürlich könnte man Reis und Gemüse von morgens bis abends essen, allerdings weiß ich selbst, wie schnell das einem aus den Ohren rauskommen kann. Obst und Salate gibt es auch so gut wie keine, lediglich Äpfel und selbst die sind schwierig zu finden. Somit habe ich morgens Müsli mit Milch gegessen und bin dann auch Reis, Kartoffeln oder Nudeln mit Gemüse umgestiegen.  Habe leider auch starke Magenprobleme von der Milch bekommen, was bei einer Trekking Zeit von 5-8 Stunden am Tag ziemlich nervig ist.

Woher bekomme ich Geld auf dem Weg?

Das war noch so eine Sache, die keiner in seinen Blogposts thematisiert hat, denn auf dem Weg gibt es keine ATM’s! Somit muss man sich in Pokhara oder Kathmandu mit Geld eindecken. Wir haben es glücklicherweise noch in Besisahar geschafft, obwohl das auch schon ein Drama war, da nicht jeder ATM in Nepal internationale Kreditkarten nimmt und zudem unverschämte Gebühren verlangt.


Ist der Annapurna Circuit Trek für Beginner geeignet? Und wie sieht es aus mit der Höhenkrankheit?

Der Weg an sich ist definitiv für Anfänger geeignet, was man aber nicht mit „einfach“ vertauschen sollte, denn einfach ist es sicher nicht. Es ist eine starke körperliche Anstrengung, die man nicht unterschätzen sollte. Ich bin definitiv nicht der sportlichste, aber auch nicht der faulste Mensch und war schon ziemlich am Leiden, vor allem die letzten Tage. Zudem sollte man die Höhenkrankheit nicht unterschätzen, die ab einer Höhe von 2500m schon auftreten kann. Ich habe mich diesbezüglich vorher schon gut informiert, da ich persönlich starken Respekt davor hatte, im schlimmsten Fall kann man davon nämlich sterben. Da wir auch keinen Guide oder Porter hatten, der sich damit auskennt, habe ich die Sache selbst in die Hand genommen. Glücklicherweise hatten wir nur kleinere Probleme mit der Höhe. Bei mir ging es mit Atemnot im Ruhezustand in Manang los, welches ich erst wieder beim Abstieg losgeworden bin und später kamen abends noch Kopfschmerzen hinzu, welche allerdings auch von der Anstrengung kommen konnten. Schlimm war es aber als ich im High-Camp nachts mit starken Kopfschmerzen und extremer Atemnot nicht schlafen konnte. Komischerweise wurde es beim Aufstieg am nächsten Morgen viel besser und ich hatte keine Probleme mehr. 

Ihr habt Lust bekommen so etwas auch mal zu machen oder plant gerade eure Annapurna Trekking Route? 

Da kann ich euch noch einen guten Tipp geben! Auf Meier's Weltreisen könnt ihr nicht nur den Flug von Deutschland nach Nepal günstig erhaschen, sondern euch noch weitere super Tipps holen für tolle Reisen in Asien und auf anderen Kontinenten. Und selbst wenn ihr eher weniger Lust auf Trekking habt, gibt es auf Meier's Weltreisen super Rundreisen zu buchen, wie beispielsweise "Zwischen Dschungel und Bergwelten", eine Rundreise in der ihr in 11 Tagen die Vielfalt Nepals entdecken könnt oder eine Reise die euch Nordindien und Nepal näher bringt. Ich kann beide Länder nur wärmstens empfehlen, vorallem Rishikesh in Nordindien und die ganze Annapurna Route in Nepal. Die Landschaft wird euch umhauen!

Weitere Fragen zur Route oder zum Trekking an sich? Dann lasst sie mir doch in den Kommentaren!

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