Mittwoch, 28. September 2016

Annapurna Circuit Trekking Tagebuch Teil 2



Tag 7: Von Humde nach Manang

Heute war ein kurzer Tag, da wir endlich Manang erreichten und das nach 2,5 Stunden. Es warteten auf uns:
-          Gutes Essen
-          Eigenes Bad
-          Wlan
-          Tatsächlich jede Menge andere Wanderer
-          „Kinos“
-          Ein Museum
-          Zimtschnecken!!!
-          Ruhetag
Vor allem den Ruhetag hatte ich richtig nötig, da es bei mir langsam losging mit der Atemnot im Ruhezustand. Ich bin gestern Nacht nach Luft japsend aufgewacht und musste erstmal ne Runde hyperventilieren, um wieder klar zu kommen. Sehr beruhigend sowas!
Von Humde nach Manang – 7,7km / 2,5 Std.

Tag 8: Ruhetag in Manang

Der wunderbare Ruhetag an den ich mich nur mit Freuden zurückerinnern werde, wurde damit verbracht sich so krass zu streiten, dass ich mir meinen eigenen Rucksack gekauft habe und wir getrennte Wege gehen wollten. Haben dann zwar nochmal die Kurve gekriegt, aber als „ruhig“ kann man diesen Tag sicher nicht bezeichnen.

Tag 9: Von Manang nach Letda

Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass man nicht mehr als 500 Höhenmeter gewinnen soll, naja…heute waren es schon mal 600 nach Letda. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich bereits beim ersten Anstieg zur ersten Stadt nach Manang am Zweifeln war, ob das alles eine gute Idee ist. Ich hatte so starke Atemprobleme, dass wir kaum vorankamen. Zum Glück hat es sich nach einer Weile gelegt und mit genügend Pausen, kamen wir doch noch gut voran. Höher als Letda wollten wir dennoch nicht gehen, obwohl es noch früh war, da wir eigentlich nicht in Eile waren.
Von Manang nach Letda – 12km / 5,5km

Tag 10: Von Letda bis zum High Camp

Okay okay, ich habe es hier schon oft gesagt, aber DAS war der schlimmste Tag bisher! Ich fasse es immer noch nicht, dass wir es wirklich geschafft haben, vor allem wenn ich mir so den Verlauf des Tages anschaue. Ging gut los, wir waren welche der ersten, die gestartet sind, da wir ziemlich langsam unterwegs waren. Es ging an Schluchten und Eselskacke vorbei und dann hat mein Travelbuddy beschlossen eine kleine Exkursion zu machen. Wir standen an einem Weg, der sich spaltete, einer ging nach oben und der andere nach unten. Ich wollte selbstverständlich den unteren nehmen, da ich wusste, dass es heute kein Zuckerschlecken wird und ich nicht unnötig Energie verballern wollte. Mein Travelbuddy hingegen, hat den Bear Grylls in sich entdeckt und wollte nach oben, einen „Gletscher“ sehen. Ich dachte immer Gletscher wären Berge von Eis im Wasser, aber das ist eine andere Diskussion. Er schaute also bei Maps.me nach dem Weg (ich auch) und sagte „Kein Problem, die Wege treffen sich wieder“. Mein Maps.me zeigte unten lang, also ging ich den scheinbar einfacheren Weg. Ich machte mir ehrlich gesagt ein wenig Sorgen, da immer was passieren kann und kein Mensch davon erfahren wird, wenn man alleine unterwegs ist. Als ich dann einen Guide und einen Porter vor mir gesehen habe, die ich bereits aus Letda kannte, wusste ich, dass ich den richtigen Weg genommen habe. Es ging über eine kleine Brücke und dann nochmal steil bergauf. Meinen Travelbuddy konnte ich weit und breit nicht mehr sehen und auch die Gabelung, die wieder in meinen Weg führen sollte, war unersichtlich. Ich kämpfte mich also einen Berg hinauf und oben saßen ein paar Wanderer. Ich fragte Logan, den Amerikaner nach eine Karte, in der ich nach dem zweiten Weg suchen wollte und erzählte ihm, dass mein Travelbuddy einen Gletscher sehen wollte, zudem sprach ich mit einer israelischen Gruppe, ob sie ihn gesehen haben, aber nichts. Nach einer Weile sah ich dann ganz weit entfernt einen ekelhaft gelben Rucksack und wusste direkt, dass er es sein muss, denn die Farbe seiner Regenplane brennt immer noch in meinen Augen. Dann eine zweite Ewigkeit später war er da und musste zugeben, dass es wohl keine gute Idee war, den anderen Weg zu nehmen, da es irgendwann gar kein Weg mehr war. Nach einer Pause ging es weiter und so gut wie jeder Wanderer an dem Tag sprach uns an nach dem Motto „Ach, du hast deinen Freund wiedergefunden“. Das sollte jedoch nicht die größte Herausforderung gewesen sein, denn vom Base Camp bis zum High Camp sind es nur 1,5km, jedoch 400 Höhenmeter. Es ging so steil in die Höhe und wir kamen wirklich gar nicht voran. Es war das anstrengendste was wir bisher machen mussten und wir waren halb tot, als wir endlich angekommen sind. Von Ruhe war dann leider auch nichts, da das High Camp ziemlich überfüllt und verdammt kalt war.
Von Letda bis zum High Camp – 6km / 5 Std.














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