Sonntag, 25. September 2016

Annapurna Circuit Trekking Tagebuch Teil 1

Annapurna Circuit Trekking Tagebuch


Tag 1: Von Kathmandu nach Besisahar nach Ngadi

Heute ging es für meinen Travelbuddy und mich endlich los! Die Annapurna Circuit Trekking Route wartet auf uns und die Motivation kennt keine Grenzen. Morgens früh stiegen wir in den Mini Van von Kathmandu nach Besisahar von wo aus unsere Trekking Tour starten sollte. Da wir keinen Guide hatten, konnten wir uns selber aussuchen wo und wann wir starten wollten. Nach einer holprigen Fahrt kamen wir endlich in Besisahar an und ich muss ehrlich gestehen, dass ich es mir anders vorgestellt habe. Ich habe erwartet einen Haufen Trekkingläden, sowie jede Menge Guides und Porter, die ihre Arbeit anbieten vorzufinden, stattdessen war da einfach mal nichts. So suchten wir noch flott einen ATM und schon marschierten wir los. Maps.me war unser Guide und schon schnell merkten wir, dass das alles vielleicht doch nicht so easy peasy werden sollte. Wie es das Schicksal so wollte gingen die Trekkingschuhe meines Travelbuddys direkt am ersten Tag kaputt. Glücklicherweise jedoch, lernten wir einen Nepalesen kennen, der seine Hilfe anbot und wir im Gegenzug in seinem Gasthaus in Ngadi schlafen sollten. Er hat mich auch direkt adoptiert und mich immer seine Tochter genannt, was ein wenig schräg war, aber er hat uns wirklich den Arsch gerettet, da dort wirklich nichts war! So konnte man mehr oder weniger die Ratten im Zimmer, das fehlende Licht und den Mangel an Bettdecken verzeihen.
Besisahar nach Nagdi – 10km / 5,5 Std.

Tag 2: Von Nagdi nach Ghermu

Der heutige Tag hat bewiesen, dass man absolut NICHTS planen kann! Da wir leider bezüglich der Schuhe erst spät aufbrechen konnten, knallte uns die Mittagssonne schön auf den Kopf und machte den ganzen Weg noch beschwerlicher. Wir liefen wie die Besengten bergauf und wieder bergab, schwitzten uns zu Tode und machten eine Pause nach der anderen. Kein Wunder also das wir nicht vorankamen, hinzu kam der Hunger! Eine weitere Lehre die wir schon sehr schnell lernten, nämlich immer genug zu essen. Leider haben wir das nicht getan und haben glücklicherweise ein Fußballturnier mitten im Nirgendwo gefunden, wo sie uns Dal Baaht gaben. Ich muss es wohl nicht erwähnen, aber ich bin an dem Tag das erste Mal richtig ins Bett gefallen.
Nagdi nach Ghermu – 11km / 7,5 Stunden

Tag 3: Von Ghermu nach Chamje

Heute wars ein kurzer Tag! Da wir gestern so schlecht vorankamen, habe ich für diese Etappe nicht viel geplant und Ende vom Lied war dann, dass wir bereits nach 4,5 Stunden fertig waren und uns in Chamje gelangweilt haben. Es ging so weit, dass ich aus reiner Langeweile Bier bestellt habe und wir uns vom Besitzer Stories über das Erdbeben angehört, zudem hat seine Mutter uns versucht wirklich alles anzudrehen was auf der Karte stand. Intelligenterweise habe ich auch noch meine Geldbörse mit Kreditkarte und Bargeld im Gästehaus vergessen und der kleine, mollige Besitzer kam tiefpustend hinterher gerannt. Da hatte ich mal wieder mehr Glück als Verstand!
Ghermu nach Chamje – 8,3 km / 4,5 Std.

Tag 4: Von Chamje nach Bagarchhap

Nachdem wir es gestern extrem ruhig haben angehen lassen und uns später sogar geärgert haben, weil wir nicht noch weiter bis nach Tal gelaufen sind, ging es heute richtig ab. Wir haben extrem gut voran, da die Sonne nicht so auf den Kopf geballert hat und die Strecke im Vergleich zu vorgestern wieder human war. Wir sind sogar weiter gelaufen als eigentlich geplant und konnten gegen 14 Uhr schon unseren Trekkingtag mit 14km beenden.
Von Chamje nach Bagarchhap – 14km / 6 Std.

Tag 5: Von Bagarchhap nach Thaleku

Noch voller Motivation von gestern ging es heute bereits um 7 Uhr los, doch komischerweise ließ die Motivation so schnell nach, sodass der Weg eher zur Qual wurde. Was sich auch daran zeigt, dass wir 2 Stunden länger für 14km gebraucht haben als gestern. Hinzu kommt, dass ich es geschafft habe, durch den ständigen Druck meiner Schuhe meinen Zeh zu entzünden. Ich bin ehrlich gesagt auch ziemlich beunruhigt, da ich leider besonders anfällig dafür bin, das sich Entzündungen ausbreiten und richtig eskalieren. Vor zwei Monaten musste ich sogar Antibiotikum nehmen, weil eine Verletzung sich entzündet hat und einfach nicht verheilen wollte, daher hat mein Kopf schon wieder verrückt gespielt. Zumal es alles andere als angenehm ist 8 Stunden am Tag mit einem schmerzenden und pochenden Zeh zu laufen. Aber genug gejammert!
Von Bargarchhap nach Thaleku – 14km / 8 Std.

Tag 6: Von Thaleku nach Humde

Irgendwie macht wandern ja schon süchtig, vor allem wenn man merkt, dass man über sich hinauswächst und es schafft weiter zu laufen, als man eigentlich geplant hat. Heute sind wir grandiose 19km gelaufen, wobei wir den Weg durch Lower Pisang gewählt haben, was uns einen Anstieg von 600 Höhenmetern erspart hat. Übrigens merkt man es nun auch gut im Geldbeutel, dass wir immer höher kommen, da die Preise drastisch gestiegen sind. Gut das wir wohl die zwei verfressensten Wanderer hier auf dem Annapurna Circuit sind. Als wir in Humde angekommen sind, war ich aber auch extrem fertig, der letzte Berg hat mich echt gekillt und dann der endlos lange Weg, wo mir die Sonne auf den Kopf bretzelte. Zudem ist mir aufgefallen, dass es um Einiges kälter geworden ist. Leider haben wir uns auch noch das grottigste Gasthaus in Humde ausgesucht, wo der Wind schön durch alle Ritzen gepfiffen ist und die gute Frau ernsthaft einen Kochkurs nötig gehabt hätte. Und das kommt von Jemandem, der eigentlich keine sonderlich hohen Erwartungen hat, aber es war einfach dermaßen schlecht, dass ich da nichts mehr gut reden kann. Ich trauere immer noch dem Geld hinterher, welches ich für einen Schoko Pancake rausgeschmissen habe. Ich bin mir immer noch sicher, dass sie einfach einen alten Lappen in die Pfanne geklatscht und dezent die Schokolade vergessen hat.
Von Thaleku nach Humde – 19km / 8 Std.

Hier noch ein kleines Video, welches ich zusammengeschnitten habe!
 












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