Sonntag, 7. Juni 2015

Türkei Teil 3: Reiten & schwimmen im Gebirgswasserfall



Hallo meine Lieben,
heute gibt es den dritten Teil meiner Türkei Reihe. Heute will ich euch von meinem Erlebnis im Gebirge und das Reiten erzählen. 

Der Tag startete mit dem Gewissen, das ich kurz nach dem Frühstück das erste Mal seit Jahren wieder reiten sollte. 30min Schnupperreiten ist kostenlos und sollte dem Reitlehrer zeigen, ob man nun reiten kann oder nicht und ob man ausreiten darf, bzw. welche Tour man machen darf. Schlau wie ich bin, habe ich natürlich keine passende Kleidung eingepackt, lediglich eine sehr dünne Stoffhose, die mir keinen Halt auf dem Sattel gab. Chaps und Helm konnte man sich aber kostenfrei ausleihen. 9 Uhr stand ich also auf der Matte. Am Abend zuvor habe ich darum gebeten doch nen Opi zu kriegen, also gab man mir einen 21 Jährigen Schimmel, der jedoch fit wie ein Turnschuh war. Reiten hat soweit auch sehr gut geklappt, doch der Reitlehrer wollte mir unbedingt ein jüngeres Pferd geben. Erkenntnis des Tages war: Der Reitlehrer spricht zwar fließend Deutsch, aber die Bedeutung von „Nein“ ist ihm nicht geläufig. Prompt saß ich also auf einem neuen Pferd, ein wesentlich jüngerer Araber, der sobald ein anderes Pferd ihm zu nahe kommt, gerne mal tritt. Ziemlich schwierig anderen Pferden nicht zur nahe zu kommen, wenn man auf einem kleinen Platz mit 4 Pferden ist, aber nun gut, ich hab es überlebt. Da ich mich wohl nicht ganz so blöd angestellt habe, obwohl ich mir den Spitznamen „Uroma“ verdient habe, der mich die ganze Woche verfolgen sollte, durfte ich ins Gelände. Da eine Freundin ebenfalls mit mir auf dem Platz war, schlug der Reitlehrer uns vor, doch jetzt direkt ins Gelände zu gehen. Naja, sagen wir mal so…Uroma wollte sich lieber am Pool von dem Schrecken erholen, aber wie gesagt, das Wort „Nein“ hat wohl keine Bedeutung.

Dann saß ich also auf Özan (bin mir nicht mehr ganz sicher), bat die anderen Gäste die lachend neben mir standen, doch ein kurzes Stoßgebet zum Himmel zu senden und sah nur noch mein Leben an mir vorbeiziehen. Das ist natürlich die totale Übertreibung. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich nicht viel machen brauchte, da die Pferde die Strecke schon in und auswendig konnten. Also einfach festhalten und den Ritt genießen. Der Ausblick war der Hammer, sind durch kleine Dörfer geritten, vorbei an winzigen Häuschen, wo Einwohner saßen, die uns zu gewunken haben, vorbei an Kühen, Schafen, Hunden und Katzen. Ein besonderer Moment war auf für mich, als wir in einem kleinen Dorf waren, hat der Reitlehrer mir eine Frucht von einem Baum gepflückt, es sah aus wie eine Aprikose, aber doch anders. Jetzt weiß ich, dass es eine Mispel war. Ich habe einfach intuitiv die Haut abgemacht, Kerne abgemacht und reingebissen. Die sind sooo lecker und so süß! Habe sie vor kurzem beim Türken meines Vertrauens entdeckt und mich erst mal mit den Teilen eingedeckt. Hier sind sie nicht so süß, aber dennoch lecker und auch eine schöne Erinnerung

Zu den „Reitwegen“ an sich kann ich nur so viel sagen, in Deutschland würde das niemals durch gehen. Ich glaube in Deutschland würde man noch nicht mal auf die Idee kommen, dort mit oder ohne Pferd langzugehen. Es war wirklich ein Erlebnis, direkt und ungesichert an Schluchten entlang zureiten.









Als wird dann endlich am Gebirgswasserfall angekommen sind, hat es mir wirklich die Sprache verschlagen. Das Wasser war Türkis und man konnte bis auf den Grund gucken. Es war zwar so furchtbar kalt, aber nach dem langen Ritt und den hohen Temperaturen in der Sonne (obwohl es vormittags war), war es eine willkommene Abkühlung. Wir sind dann an den Steinwänden hinaufgeklettert, immer höher und höher, um zum ursprünglichen Wasserfall zu gelangen. Der ist natürlich nicht so imposant gewesen, wie man die Wasserfälle aus Filmen kennt, doch es war wirklich schön und idyllisch. Neben Fröschen und Schildkröten zu schwimmen, die vor einem flüchten, ist einfach ein tolles Erlebnis. Wir sind von Felsen ins kalte Wasser gesprungen, haben Fotos gemacht und einfach Spaß gehabt. Es ist eine tolle Erinnerung und ich bin froh, dass ich meine innere Uromi überwunden habe und mit geritten bin. 

Der Rückweg war ganz entspannt, sind getrabt und galoppiert, was mit nasser Kleidung richtig erfrischend war. Auf dem Rückweg gab es dann noch eine Mispel für die Uroma und ich war glücklich!

Im nächsten Teil erzähle ich euch von meinen Trips nach Kemer und den Kochkurs den ich gemacht habe!








Kommentare:

  1. Der See sieht so genial aus *-* Und auch reiten würde ich gerne mal wieder.
    Ich nehme an: Ein Türkei Urlaub sollte geplant werden :)

    Wunderschöne Fotos, toller Bericht! Nun mag ich auch...

    Lg Anna
    www.the-anna-diaries.de

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  2. Oh tolle Eindrücke, sieht alles ganz wunderbar aus, da wird man schon neidisch! :P Ich war noch nie in der Türkei :) Aber bald fliege ich nach Griechenland (wo ich auch noch nie war) und freue mich schon total! :)

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